Eingetaucht den Federkiel
In der schwarzen Tinte Tiefe..
Schaben auf dem Pergament,
Wenn der Worte Schweife tanzen..
Danke, dass dein Blicke fiel
Aufs Zusammenspiel der ganzen!


Sonntag, 5. März 2017

Nüchterne Romanze

Als sie einander acht Jahre lang kannten
(und man darf sagen: Sie kannten sich gut)
Kam es, dass sie zueinander fanden
Fehlte wohl vorher einfach der Mut?

Neun Monde später zurück geblickt
(Neun lange Monde voll Freude und Leid)
Hat sich's zur Trennung angeschickt,
Unser verliebtes Pärchen auf Zeit.

Schweren Herzens, so saß Er da,
Wartete grübelnd auf richtige Worte.
Längst war es sicherlich beiden klar:
Sie liebten sich weder in mezzo, noch forte.

"Das mit uns beiden, das wird wohl nichts",
Waren dann später die Worte der Wahl.
Die schlugen ein mit der Wucht eines Blitz':
Sie schloss die Augen in innerer Qual.

Wären sie vorher nicht Freunde gewesen,
Wäre der Schmerz nicht so heftig, denn ja:
Liebe, wie wir sie in Büchern lesen,
War nicht gewachsen, war schlicht nicht da.

Als sie einander neun Jahre lang kannten
(und man darf sagen: Sie kannten sich gut)
Kam's, dass sie still voreinander standen.
Wortlose Ebbe nach nüchterner Flut.





Ursprünglich wollte ich eine vor Liebe und Lebensfreude sprühende Kontrafaktur zu dem von mir heiß geliebten Gedicht 'Sachliche Romanze'  Erich Kästners schreiben. Nach der ersten Strophe versiegten aber die Worte. Jetzt, Monate später, war das Gedicht dann soweit, vollendet werden zu wollen. Ich lege aber jedem nahe: Lest auch die sachliche Romanze !

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