Eingetaucht den Federkiel
In der schwarzen Tinte Tiefe..
Schaben auf dem Pergament,
Wenn der Worte Schweife tanzen..
Danke, dass dein Blicke fiel
Aufs Zusammenspiel der ganzen!


Sonntag, 1. Juni 2014

[Rezension] Sherry Argov - Warum die nettesten Männer die schrecklichsten Frauen haben... ...und die netten Frauen leer ausgehen


Sherry Argov beleuchtet in ihrem 266 Seiten langen Buch die Frage: "Warum die nettesten Männer die schrecklichsten Frauen haben... ...und die netten Frauen leer ausgehen."
Der Klappentext fasst das Buch unter dem Schlagwort "Traumfrau statt Fußabtreter" zusammen, womit wir eigentlich schon beim Kern des Buches angelangt sind. Dieser Beziehungsratgeber ist laut Vorwort für all die Frauen gedacht, die 'zu nett' sind. In 100 Erkenntnissen werden Beziehungsstrukturen und Verhaltensmuster aufgedröselt, die Sherry Argov mit Aussagen aus Gesprächen mit Männern unterfüttert. Im Endeffekt laufen aber all diese Erkenntnisse auf eines hinaus: Bewahre deine Würde.

Ich persönlich empfinde dieses Buch als zwiespältig. Natürlich ist die Selbstachtung eine sehr wichtige Komponente und ich würde auch mit niemandem ausgehen, der durchblicken lässt, dass ihm die Selbstachtung fehlt. Soweit gehe ich auf jeden Fall konform! Argovs Werk hilft sicherlich der in oder anderen Leserin bei der Selbstreflexion, weil Verhaltensweisen klar auf ihre Wirkung hin analysiert werden.
Aber (und dieses Aber muss ich im Grunde doppelt unterstreichen) ich sehe auch die Gefahr, dass dieses Buch dazu verleitet, Spielchen zu spielen. Wenn z.B. dazu geraten wird, den Mann zappeln zu lassen und seinen Anruf nicht entgegenzunehmen, selbst wenn man den ganzen Abend darauf gewartet hat, dann empfinde ich das als einen falschen Rat. Ich würde eher dazu raten, sich etwas zu suchen, um das Warten zu vermeiden! Wenn man stattdessen unterwegs ist, dann ist nicht das komplette Denken auf diesen einen potentiellen Partner und diesen einen Anruf hin ausgerichtet, sondern man erlebt Dinge und kann entspannter durchs Leben gehen. So muss man dann nicht so tun, als sei man nicht zu Hause gewesen, sondern war wirklich unterwegs. Die Menschen, die wir uns als Partner wünschen, sind doch im Normalfall nicht blöd und durchschauen Spielchen sofort.
Und für mich beginnt die Selbstachtung damit, keine Spielchen zu spielen - weder mit dir, noch mit anderen. Je weniger du dir selbst vormachst, desto besser kannst du dein eigenes Leben steuern, wirst weniger abhängig von irgendwelchen Eventualitäten, die du bislang erfolgreich ausgeblendet hast.

Argovs Werk bekommt von mir für die Hilfe bei der Selbstreflexion 4 von 5 Punkten, allerdings empfehle ich es wirklich nur denjenigen, die es nicht als eine Anleitung für irgendwelche Spielchen verwenden wollen! Denn sonst geht es euch am Ende noch wie in einem Lied von Annett Louisan, die in ihrem Lied "Das große Erwachen" selbstironisch von der perfekten Verstellung für einen Mann berichtet.

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