Eingetaucht den Federkiel
In der schwarzen Tinte Tiefe..
Schaben auf dem Pergament,
Wenn der Worte Schweife tanzen..
Danke, dass dein Blicke fiel
Aufs Zusammenspiel der ganzen!


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Freitag, 29. Juli 2016

[Rezension] [Lyrik] Erich Kästner - Gesang zwischen den Stühlen



1932 ist dieser Lyrikband von Kästner erschienen: Gesang zwischen den Stühlen.
Laut zeitgenössischer Kritik war dies der bis dato beste Lyrikband Kästners, der auf den Fabian folgte, welcher später von den Nazis verboten wurde (und der noch auf meinem SuB liegt).

Eines der bekanntesten Gedichte Kästners ist "Die Entwicklung der Menschheit", was immer noch sehr aktuell ist und häufig im Unterricht verwendet wird.
Auf Youtube gibt es verschiedene Rezitationen des Gedichtes, aber mir gefiel diese hier besonders gut, weil die Bilder die Wortbilder unterstützen:

Kästner nimmt in diesem Gedichtband nicht nur die Menschheit als solche und die Politik insbesondere unter die Lupe, sondern auch Alltägliches wie das Sicherheitsbestreben einzelner, flüchtige Begegnungen und das Wetter.

Kästners pointierte Art hat mich manches Mal zum Lächeln gebracht, aber ließ auch das ein- oder andere Mal mein Lächeln auf den Lippen gefrieren (zum Beispiel bei Die Traurigkeit, die jeder kennt). 

Ich empfehle den Gesang zwischen den Stühlen vorbehaltlos all jenen, die gerne einmal über die Menschheit in verschiedenen Facetten reflektieren möchten.


Donnerstag, 25. Februar 2016

[Rezension] Erich Kästner - Die Konferenz der Tiere



Dieses Jahr scheint mein Kästner-Jahr zu werden, und das ist durchweg positiv zu sehen!
Zumal gerade dieses Buch trotz seines Entstehungsjahres 1949 aktueller denn je ist...

Wenn sich Löwe Alois mit Oskar, dem Elefanten, und der Giraffe Leopold zum Abendschoppen am Tschadsee trifft, kommt über kurz oder lang die Sprache auf die Menschen, und über die ist man schnell einer Meinung: Schreckliche Leute sind das, die mit ihrer Tüchtigkeit nichts anzufangen wissen. Zwar können sie tauchen wie die Fische, fliegen wie die Adler und klettern wie die Gämsen, doch bringen sie nichts anderes zustande als Kriege, Revolutionen und Hungersnöte. Sie haben ihr Unglück verdient. 
Nur um die Kinder ist es schade. 
Die tun den Tieren so Leid, dass sie endlich etwas unternehmen wollen. 
Die erste "Konferenz der Tiere" wird einberufen und aus der ganzen Welt strömen sie zusammen, um den Frieden unter den Menschen durchzusetzen. Bald wird den Konferenzteilnehmern klar, dass sie ein paar Tricks anwenden müssen, damit die Menschen sie auch ernst nehmen.

Der ernste Tenor des Buches wird durch Kästners unnachahmlichen Humor und die tollen Zeichnungen, auf denen sehr viel zu entdecken ist, beim Lesen in den Hintergrund gerückt. Gerade Kinder haben daran viel Spaß, denn obwohl ich im Vorfeld einiges über den Entstehungszeitpunkt erzählen musste, waren die Sechstklässler mit Feuereifer dabei!
Vor allem der Löwe Alois hat eine Redensart, die immer wieder zum Grinsen oder gar Lachen brachte: "Wenn ich nicht so blond wäre, dann würde ich mich schwarz ärgern!"

Ich finde diese Geschichte mit ihren 112 Seiten nicht nur kindgerecht, sondern unheimlich aktuell.
Während des Lesens fielen mir diverse Parallelen zum aktuellen Geschehen auf: Verhandlungen, die zu nichts Konkretem führen, Kriege und Konflikte, die Erwachsene anzetteln und unter denen Kinder zu leiden haben.

Ich hatte schon vorher Hochachtung vor Kästners Werk, vor seinem sprachlichen Feingefühl, aber mit diesem Kinderbuch ist ihm etwas gelungen, was ich im Vorfeld gar nicht erwartet hatte: Ich möchte dieses Buch jedem Erwachsenen empfehlen, der auch nur im Entferntesten mit Politik zu tun hat!



Sonntag, 3. Januar 2016

[Rezension] Erich Kästner - Der kleine Mann und die kleine Miss


Eigentlich müsste ich Kästners Fortsetzung meines heißgeliebten Kinderbuchs Der kleine Mann wegen irreführenden Titels einen halben Schnörkel Abzug geben. Allerdings wird die kleine Miss schon am Anfang angedeutet und spielt immerhin im letzten Viertel des Buchs eine wichtige Rolle, die sie ohne die gesamte Vorgeschichte nicht hätte spielen können - von daher bin ich gnädig und komme ohne Malus aus.

Schon Der kleine Mann hat mich begeistert und mit mancher versteckten Moral aufgewartet. In dem 205 Seiten langen Folgeband Der kleine Mann und die kleine Miss geht Kästner direkter ans Werk und erklärt den lesenden Kindern zwei oder dreimal sehr direkt die Welt, zum Beispiel, warum sie beim Rechnen in der Schule aufpassen sollten. Außerdem wird bei Verhandlungen mit meinem liebsten Nebencharakter, dem hühnenhaften Filmproduzenten John F. Drinkwater, eine sehr interessante Information über Goethe eingestreut. Ich frage mich seitdem ernsthaft, ob meine Bewunderung für den Dichterfürsten vielleicht schon mit diesem Kinderbuch vor gut zwanzig Jahren anfing.

Toll finde ich auch, dass das Kästner-Lemke-Gespann sich für die Fortsetzung erneut zusammenfand, obwohl diese 1967 veröffentlicht wurde, also knapp fünf Jahre nach dem ersten Band. So wirkt alles aus einem Guss, und der Illustrator macht auch hier einen großartigen Job! Vergleicht nur einmal die beiden Titelbilder, und ihr werdet genau wissen, was ich meine!
Außerdem bleibt Kästner seinem Erzählstil treu und gibt am Anfang jeden Kapitels eine kleine Zusammenfassung in Stichpunkten, sodass die Neugier des Lesers geweckt wird. Sollten allzu lange Pausen beim Lesen entstehen, sodass man sich nicht an den kompletten Inhalt vorher erinnert, so kann man sich schnell durch Überfliegen dieser Absätze auf den aktuellen Stand bringen. Ich denke aber nicht, dass diese Lesepausen wirklich passieren werden, da das Buch viel zu spannend ist!

Mein Fazit jedenfalls ist eine uneingeschränkte Leseempfehlung für all jene, die Der kleine Mann mochten. Kästners onkelhafter Erzählstil und seine Weisheit sind in jedem Fall ein Gewinn für jedes Kind, sodass ich Der kleine Mann und die kleine Miss mit fünf Schnörkeln bewerte.


Freitag, 1. Januar 2016

[Rezension] Erich Kästner - Der kleine Mann



Schon als Kind habe ich das 208 Seiten lange Kinderbuch von Erich Kästner, Der kleine Mann, heiß und innig geliebt. Es handelt sich um die liebevoll illustrierte Geschichte von Mäxchen Pichelsteiner, der nur fünf Zentimeter groß gewachsen ist und unbedingt Artist werden will. Dieser Wunsch kommt nicht von ungefähr, lebt er doch mit seinem Mentoren und Ziehvater Jokus von Pokus zusammen, der Zauberkünstler im Zirkus Stilke ist.

Kästner hat einen unvergleichlichen Schreibstil, den ich bis heute liebe und der mich auch jetzt noch so manches Mal laut lachen ließ. Die Idee, dass ein Junge so klein ist, dass er kaum gesehen werden kann, ist ja keine neue - man denke hier an den kleinen Däumling. Aber sie ist hier auf eine kindgerechte Art umgesetzt, die es zulässt, sich in die Sorgen und Nöte des kleinen Mannes hineinzuversetzen.
Auch als Erwachsene habe ich meinen Spaß daran, und bewundere nun umso mehr das dichte Erzählgeflecht, das Kästner spinnt, und das auch durch Andeutungen und Wortwitz lebt. 1962 wurde dieses Buch veröffentlicht, und dennoch ist es auch heute noch aktuell.
Es geht schließlich nicht nur darum, eine Perspektive für sein Leben zu finden, sondern auch um Familie und Zusammenhalt.

Den kleinen Mann lege ich jedem ans Herz, der Zirkusgeschichten und toll gestaltete Erzählungen mag - sowohl von den Formulierungen als auch von der Illustration her. Außerdem sollte jeder, der wieder einmal träumen möchte, sich die Zeit nehmen, das Buch zu lesen. Für sich allein oder vielleicht sogar mit seinen Kindern.

Das Re-Read nach 20 Jahren begeisterte mich dermaßen, dass ich es kaum erwarten kann, Der kleine Mann und die kleine Miss zu lesen. Kästners Kleinod verdient jeden Gedankenschnörkel, den es kriegen kann!