Eingetaucht den Federkiel
In der schwarzen Tinte Tiefe..
Schaben auf dem Pergament,
Wenn der Worte Schweife tanzen..
Danke, dass dein Blicke fiel
Aufs Zusammenspiel der ganzen!


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Samstag, 17. Dezember 2016

[Rezension] Tara Haigh - Der Feind, den ich liebte



Dieses Buch durfte ich im Zuge einer Leserunde bei Lovelybooks lesen!

Der Feind, den ich liebte spielt zeitlich nach Welt hinterm Horizont, ist aber auch lesbar, ohne den Vorgängerband zu kennen!
Tara Haigh hat hier einen total gut recherchierten historischen Roman hingelegt, mit dem ich mich prima identifizieren konnte. Lani fühlt sich als Tochter zweier Welten (einer Deutschen und eines Hawaiianers) sehr zu Deutschland hingezogen, doch dann bricht ein Krieg aus, und ihre Träume zerschlagen sich. Schon der Prolog bringt unheimlich guten Einblick in die Technisierung und in die Vorgeschichte zugleich, was mich wirklich beeindruckt hat.Und ganz ehrlich: er hat mich neugierig gemacht auf das andere Buch, was ich mir dann vielleicht 2017 zu Gemüte führen werde.
Die Liebesgeschichte zwischen Lani und einem Offizier steht unter keinem guten Stern, zumal Paul irgendein dunkles Geheimnis zu haben scheint.

Für mich sind Lanis Gefühle zwar größtenteils nachvollziehbar, jedoch habe ich zwischendurch den Eindruck gehabt, dass die Frauen Hawaiis aufgeklärter und offener waren, als es meine Vorstellung dieser Zeit wirklich zulässt. Das hat mich irritiert, und an manchen Stellen wollte ich beide Protagonisten gerne nehmen und schütteln. Auch das Ende kam für mich sehr abrupt, weshalb ich trotz der klaren Leseempfehlung für alle historisch Interessierten leider nicht die volle Punktzahl vergeben kann.


Mittwoch, 1. Juni 2016

[Rezension] Lucinda Riley - Die sieben Schwestern


Die sieben Schwestern ist das erste Buch von Lucinda Riley, was ich gelesen habe, aber mit Sicherheit nicht das letzte. Auf 537 Seiten Genremix erzählt die Autorin nicht nur die Geschichte von Maia d'Aplièse, sondern auch die von Izabela Bonifacio, die in den 1920er Jahren gelebt hat.

Maia wurde, wie ihre Schwestern, von ihrem Vater Pa Salt adoptiert, als sie ein Baby war. Nach seinem Tod hinterlässt er ihr die Mittel und Hinweise, um herauszufinden, wo ihre Wurzeln liegen. Als älteste Schwester, die als einzige noch auf dem Grundstück des Vaters gewohnt hatte, begibt sie sich auf die Reise nach Rio de Janeiro, um mehr über ihre eigentliche Familie herauszufinden - ohne zu ahnen, dass sie sich zugleich auf die Reise nach sich selbst begeben wird!

Lucinda Riley hat hier zwei tolle Geschichten erschaffen, wobei mir vor allem die historische Ebene sehr fasziniert hat. Mehr über Rio zu erfahren, war hochinteressant. Dass es hier insbesondere um die Jesus-Figur und deren Erschaffung geht, war für mich als kunstbegeisterte Frau doppelt toll! Ich wusste bislang nichts darüber, und auch das Setting der 20er-Jahre gefiel mir richtig gut.

Dennoch gibt es etwas, was mich davon abhält, dem Buch 5 Schnörkel zu verleihen. Ich kann es auch gar nicht genau in Worte fassen. Vielleicht liegt es daran, dass Maias Geschichte mich weniger in den Bann zog, als es Izabelas tat. Oder es liegt am letzten Teil, der mir irgendwie... zu schnell vorkam. In jedem Fall war es ein sehr solides und gutes Buch, das ich gerne gelesen habe!


Montag, 10. August 2015

[Rezension] Andrea Schacht - Myntha 1: Die Fährmannstochter


Vielen Dank an den Blanvalet-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Fährmannstochter ist der erste Band einer neuen Reihe von Andrea Schacht. 413 Seiten lang darf der Leser sowohl die 25jährige Fährmannstochter als auch den sogenannten Rabenmeister Frederic Bowman begleiten. Myntha ist eine hübsche, junge Frau mit silberblondem Haar - anders, als das Cover es den Leser zunächst glauben macht.
Das Buch spielt im Mai 1420, und der Klappentext verrät, dass sich ein Feuer im Kloster der Machabäerinnen ereignet, welches mit sehr vielen Handlungssträngen der Geschichte verbunden ist. Ich persönlich wusste bis zu der Lektüre dieses Buchs noch nicht viel über Weihrauch oder dessen Herstellung, habe mein Wissen aber Dank der Ausführungen der Autorin ausweiten können. Auch die Stadthistorie von Mülheim und Köln waren sehr interessant mit der Geschichte der Charaktere verwoben, sodass ich nun gerne an den Rhein fahren möchte, um vielleicht einen Nachhall des historischen Lebens in der heutigen Stadt zu finden.
Vor allem Myntha ist ein hochinteressanter Charakter. Aus heutiger Sicht gesehen eine normale junge Frau mit Temperament und einem Händchen für Zahlen. Doch die Menschen um sie herum haben den ein oder anderen abergläubischen Gedanken im Hinblick auf das blonde Wesen...
Auch Frederic Bowman hat mit Vorurteilen zu kämpfen, da die Raben als Vögel des Todes galten. Sich mit ihnen abzugeben, und sie sogar noch zu verstehen - das scheint ein bisschen viel für einige der Anwohner zu sein. Er ist ein vielschichter Charakter, der sich ebenso in die Gesellschaft einfügen muss wie Myntha.
Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Band, da ich unbedingt mehr über diese beiden Charaktere erfahren möchte!

Andrea Schacht scheint für diesen Roman sehr viel recherchiert zu haben, und sie bringt dem Leser das mittelalterliche Leben näher. Das betrifft sowohl das standesgerechte Verhalten, als auch Strafen für Verbrechen und so weiter. Ich fand es hochinteressant. Auch sprachlich bemüht sich die Autorin, den Charakteren und der Zeit gerecht zu werden. So ist von dem Haupt die Rede, statt von dem Kopf, und manche Figuren sprechen den typischen Kölner Dialekt.
Wenn ich das Buch bewerten soll, ist es schwierig, eine angemessene Wertung zu finden. Das Cover ist in meinen Augen einfach unpassend. Man erwartet eine dunkelhaarige Protagonistin, die sich auch selbst in einen Nachen setzt, statt einer silberblonden jungen Frau, deren Brüder sich um die Fähre kümmern. Auch der Klappentext klingt mehr nach Kriminalfall als nach den Geschichten zweier starker Persönlichkeiten, die zum Teil mit dem Aberglauben zu kämpfen haben.
Würde ich hier allein die Geschichte beurteilen, gäbe ich ganz klar die volle Punktzahl. Weil ich aber Cover und Text mit einbeziehen möchte, erhält Die Fährmannstochter vier von fünf Gedankenschnörkeln.