Eingetaucht den Federkiel
In der schwarzen Tinte Tiefe..
Schaben auf dem Pergament,
Wenn der Worte Schweife tanzen..
Danke, dass dein Blicke fiel
Aufs Zusammenspiel der ganzen!


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Sonntag, 4. Dezember 2016

[Rezension] Daniel Glattauer - Der Weihnachtshund


Das Hörbuch wird von Ulrike Grote und Peter Jordan gelesen und dauert 275 Minuten.
Dass Glattauer zu meinen Lieblingsautoren zählt, ist ja schon einigen hier bekannt. Mit Der Weihnachtshund hat er diesen Status erneut bestätigt! Drei wundervolle Protagonisten starten am 1.12., und es ist rein theoretisch möglich, das Hörbuch als einen Adventskalender zu hören. Praktisch war es viel zu spannend, um die entsprechenden Pausen zu machen!
Max und sein Deutsch Drahthaar Kurt sind auf der Suche nach einem Platz für Kurt über Weihnachten, damit Max dem ganzen Stress entfliehen kann. Katrin meldet sich auf die Anzeige, ihrerseits auf der Suche nach einer Fluchtmöglichkeit (wovor, sei hier aber noch nicht verraten).

Es ist ein unheimlich tolles, kurzweiliges, nachdenkliches und liebenswertes Buch, voller wundervoller Wortgemälde und Herzensworte. Katrin und Max sind tolle Charaktere, und auch Kurt ist ein witziger Hund. Ich möchte hier so viel erzählen und erwähnen, aber mit jedem Satz würde ich spoilern und Pointen vorweg nehmen. Daher sage ich nur eines: Lest oder hört es! Weihnachtsstimmung ist garantiert!


Montag, 29. Dezember 2014

[Rezension] Daniel Glattauer - Geschenkt

 

Klappentext:

"Mein Schicksal war regelmäßig eine Spur zu hoch für mich."
Gerold Plassek ist Journalist bei einer Gratiszeitung, auch sonst war sein Leben bislang frei von Höhepunkten. Manuel, 14, sitzt bei ihm im Büro und ahnt nicht, dass dieser Versager sein Vater ist. Gerold selbst weiß es erst seit Kurzem - und hat sich von diesem Schock kaum erholt, als noch mehr Bewegung in sein Leben kommt: Nach einer von ihm verfassten Zeitungsnotiz über eine Obdachlosenschlafstätte trifft dort eine anonyme Geldspende ein. Es ist der Beginn einer geheimnisvollen Spendenserie. Doch wer steckt dahinter?

Meine Meinung:
Heikko Deutschmann liest Gerold Plassek, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, einfach großartig!
Auf 8 CDs ist das Hörbuch aufgenommen, und Glattauers Erzählstil hat mich erneut völlig überzeugt. Gerold Plassek ist ein Verlierer, wie er im Buche steht, und dennoch oder vielleicht gerade deswegen ist er sehr sympathisch. Die Art und Weise, wie er über sein Leben erzählt, wie er seine Perspektivlosigkeit als gegeben hinnimmt, lässt den Leser (oder in diesem Fall: Hörer) mitfiebern und manchmal den Wunsch haben, Gerold einfach mal kräftig zu schütteln.
Ich werde in dieser Rezension aber offen lassen, wie sich Gerolds Leben entwickelt.

Glattauer hat hier erneut ein Werk geschaffen, was gleichzeitig sehr gut unterhält und zum Nachdenken anregt. Es ist ein großartiges Buch, das ich jedem ans Herz legen möchte, weshalb ich ihm fünf von fünf Schnörkeln gebe.

Donnerstag, 29. Mai 2014

[Rezension] Daniel Glattauer - Alle sieben Wellen

 

Achtung: Folgeband zu "Gut gegen Nordwind"! Spoileralarm!

Der Klappentext zu Glattauers 222 Seiten langem E-Mail-Roman verrät, dass auch die beiden Charaktere gewisse Unsicherheiten verspüren, was die Zukunft angeht: "Wie es nun weitergehen soll, Leo? - Weiter wie bisher. Wohin? - Nirgendwohin. Einfach nur weiter. Du lebst dein Leben. Ich lebe mein Leben. Und den Rest leben wir gemeinsam."

Die mögliche Liebesgeschichte von Emmi und Leo endete im Vorgängerroman sehr abrupt und ich war mir nicht sicher, ob überhaupt eine gute und passende Fortsetzung möglich sein würde. Doch dann begann ich zu lesen...
Die beiden Wortakrobaten geraten wieder in Kontakt, arbeiten Vergangenes und Gegenwärtiges auf. Und immer wieder schwebt über allem die Frage nach der Zukunft. Was will Leo? Was will Emma? Und was hält das Schicksal für sie bereit?
Es ist wieder eine großartige Geschichte mit fesselnden und nachvollziehbaren Einblicken in die Sicht der Charaktere. Beide haben sich den jeweils charakteristischen Tonfall erhalten und wirkten dadurch nicht fremd. An manchen Stellen habe ich als Leser den Kopf geschüttelt, weil ich die Gefühle hinter manchen E-Mails gut durchschauen konnte, das Gegenüber auf Figurenebene das aber nicht konnte oder wollte.
In beider Leben hat sich viel getan und ich fand es mehr als spannend, zu lesen, welche Entscheidungen Leo und Emma treffen. Bei manchen hat sich das Warum später noch geklärt, bei anderen war es direkt offensichtlich.

Es ist ein mitreißend geschriebener Roman, der beiden Charakteren noch mehr Tiefe verleiht und die Tatsache, dass ich ihn in einem Stück gelesen habe, spricht wieder für die schriftstellerische Qualität.
Alle sieben Wellen erhält von mir fünf von fünf Schnörkeln, weil mich der Roman noch ein letztes Mal auf so großartige Weise hat in die Welt von Leo und Emma eintauchen lassen.

Samstag, 24. Mai 2014

[Rezension] Daniel Glattauer - Gut gegen Nordwind


"Schreiben Sie mir, Emmi. Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf."

Dieses Zitat, was auch dem Klappentext des Romans "Gut gegen Nordwind" von Daniel Glattauer vorgeschaltet ist, trifft den Kern des 223 Seiten langen Buches wunderbar.

Es geht um zwei Menschen, Emma Rothner und Leo Leike, die sich durch einen Vertipper in der E-Mail-Adresse schriftlich begegnen. Aus den versehentlichen Mails am Anfang wird ein Kontakt, der für beide immer wichtiger wird. Sie finden sich auf einer verbalen Wellenlänge wieder und können sich all das schreiben, was sie beschäftigt und worüber sie reden möchten. Ohne viel über das Wesen vor dem anderen Bildschirm zu wissen, schlittern sie in tiefsinnige Gespräche über getroffene und ausstehende Entscheidungen, den Sinn des Lebens und die Liebe.
Leo hat eine gescheiterte Beziehung zu verdauen und Emma führt eine glückliche Ehe, sodass ihre unterschiedlichen Sichtweisen auf ein und dieselbe Sache sehr interessante Denkanstöße für den Leser eröffnen.
Schon bald merken die beiden, dass die vertrauten Gespräche ein wichtiger Teil ihres Leben sind.
Doch wie weit geht ihre Verbindung? Können sie die Gefühle, die sie durch ihre E-Mails transportieren, auch in die echte Welt hinein retten? Und ist es überhaupt eine gute Idee, das zu versuchen?

Ich habe dieses Buch geradezu verschlungen. Der Briefstil, mit Betreffzeile und einer Zeitangabe (z.B. 'Drei Minuten später'), erlaubt es dem Leser, die beiden Charaktere sehr unmittelbar wahrzunehmen und in ihre Gedanken- und Gefühlswelt einzutauchen. Die Ehrlichkeit der Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Themen ist großartig, genau wie man jeglichen Zwiespalt der beiden Figuren gut miterleben und nachvollziehen kann.
Für mich waren Emmi und Leo immer zwei durch und durch glaubwürdige Charaktere, ja schon Personen, die man ohne Probleme in der eigenen Bekanntschaft antreffen könnte. Es gab Momente, in denen ich mit ihnen gelacht, aber auch geweint habe.
Und genau deswegen ist "Gut gegen Nordwind" ein Buch, was ich mit Nachdruck empfehlen möchte und mit Sicherheit noch mehrmals lesen werde.

Dieser Briefroman hat mich von der ersten bis zur letzten Minute gefesselt und begeistert. Oft stellte ich mir die Frage "Was würde ich an ihrer Stelle tun?" und Daniel Glattauer beherrscht den Erzählstil meisterhaft, webt die Fäden zu einem wunderbaren Gesamtgespinst zusammen, das den Leser auch nach der letzten E-Mail noch nicht loslässt.
Dieser Roman verdient jeden einzelnen Punkt, den man vergeben kann!